Chronik

Freiwilligen Feuerwehr Reiterswiesen
von

1879 - 2004

Zur Kulturgeschichte eines Ortes gehört auch das Wirken seiner Vereine. Daher erinnert das 125-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Reiterswiesen daran, dass fünf Generationen pflichtbewusste Gemeindebürger dank ihres Gemeinschaftssinnes bereit waren, den örtlichen Feuerschutz zu über­nehmen und zu sichern. Diese organisierte Nachbarschaftshilfe ist heute gar nicht mehr wegzudenken. Durch die Wirren der Zeit sind leider nicht mehr alle Aufzeichnungen, Doku­mente und andere Unterlagen seit Gründung der Wehr vorhanden, so dass diese Chronik nicht vollkommen und lückenlos sein kann.

Schon nach der alten Dorfsatzung von 1600 und der „hochfürstlichen Feuerordnung von 1721 war früher der Schultheiß verpflichtet, viermal im Jahr sämtliche „Nachbarn und Hausväter“ zu mahnen, dass sie keine Fahrlässig­keiten mit offenem Feuer dulden, alle Kamine und Backhäuser immer sauber aufgeräumt sein müssen und allezeit ein gefüllter Wasserkübel bereit stehen müsse.
Bei Feuer im eigenen Dorf wurde mit der großen Glocke Sturm geläutet, bei Feuer in fremden Orten mit der kleinen Glocke. Daraufhin mussten „sämtliche junge Untertanen und Gesellen mit den Feuerinstrumenten in geschwinder Eil zur Hülff bey springen. Es gab also seit dem Mittelalter so eine Art „Pflichtfeuerwehr“.

Eine erste Feuerspritze, 1820 in Schweinfurt gebaut und der „Hölzerne Ochs genannt, hatte Reiterswiesen mit Arnshausen und Eltingshausen zusammen. Der Standort war Arnshausen, aber jede der drei Gemeinden war mit 200 Gulden Wert zu einem Drittel Anteilseigner.
Bei der Gebäudezählung im Jahre 1832 gab es in Reiterswiesen noch 20 Gebäude, die mit einem Strohdach versehen waren. Man kann sich daher ­leicht ausmalen, wie „feuergefährlich“ unsere Vorfahren gelebt haben. Über­liefert ist allerdings nur der Großbrand von 1796, den damals französische Dragoner legten, wobei drei Wohnhäuser mit sämtlichen Scheunen und Nebengebäuden ein Raub der Flammen wurden. Ein zweiter Brandfall wird vom Winter 1843 auf 1844 berichtet. Dabei brannte die erst 1832 am nördlichen Abhang des Schlossberges erbaute „Restauration“ ab, das damalige Cafe Bodenlauben.

Die erste freiwillige Feuerwehr in Bayern wurde am 9. Januar 1849 in Augsburg gegründet, als „Rettungsverein bei Feuersgefahr“
Die Gründung der ersten freiwilligen Dorffeuerwehr war am 20.06.1862 Zirndorf bei Fürth
Wie hoch dieser Schritt einer Dorfgemeinde zu bewerten ist, zeigt als Beispiel unsere Landeshauptstadt München. Dort scheiterte lange Zeit die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr an der Teilnahmslosigkeit seiner Bürger. Erst ein furchtbares Brandunglück, das ein Menschenleben forderte, gab den Anlass, dass endlich auch in München am 10. 09. 1866 eine freiwillige Feuerwehr gegründet wurde.

1867 war in der Feuerlöschordnung der Reiterswiesener Pflichtfeuerwehr, die um diese Zeit bestand, der Feuerläufer-Botendienst wie folgt festgelegt:
1 reitender Bote zum königlichen Bezirksamt, Gendarmerie und Stadtverwaltung in Kissingen
je 1 Laufbote nach Arnshausen, Eltingshausen, Rottershausen und Nüdlingen.
Der Löschmeister dieser Pflichtfeuerwehr war der Schmied.

Im Juni 1871 erging ein Rundschreiben an die bayerischen Schullehrer, bei Gründung von Feuerwehren der männlichen Einwohnerschaft ihrer Gemeinden an die Hand zu gehen und überhaupt in Orten, wo keine Feuerwehren bestanden, die Gründung von solchen anzuregen.

Und so war es dann auch in Reiterswiesen.

Am Fest „Mariä Himmelfahrt“, dem 15. August 1879, gründete mit Unterstützung des damaligen Schullehrers Josef Rost, der Bürgermeister G r e u b e l Valentin mit einem Gastwirt und zehn Bauern die Freiwillige Feuerwehr von Reiterswiesen, und bis zum Monatsende hatte dieses kleine Häuflein noch weitere einundzwanzig Mitglieder dazu gewonnen.

Vom königlich bayerischen Bezirksamt in Kissingen wurde am 13.09.1879 der nachfolgende Ausschuss der Freiwilligen Feuerwehr Reiterswiesen „untergenehmigt“

Greubel Valentin

Vorstand

Borst Georg Kommandant
Kiesel Johann  Adjutant
Adolf Bernhard Adjutant
Greubel Andreas Requisitenmeister
Rost Josef

Schriftführer

Kiesel Franz

Zugführer der Steiger

Kiesel Ferdinand

Zugführer der Spritzenmannschaft

Kiesel Burkard

Zugführer d. Ordnungs- u. Rettungsdienstes


Somit hatte auch Reiterswiesen, 30 Jahre nach Gründung der 1. Freiwilligen Feuerwehr in Bayern, seine Feuerwehr. Mit weiteren 275 Neugründungen im selben Jahr, wuchs die Gesamtzahl der bayerischen Feuerwehren auf 3.979 an.
Die Anmeldung beim Bayerischen Landesfeuerwehrverband erfolgte am 27. Januar 1881.

 

 Gründungsmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Reiterswiesen
(August 1879)

Albert Heinrich

Albert Paulus

Bauer Bruno

Bauer Matthäus

Borst Georg

Brand Burkard

Greubel Andreas

Greubel Ferdinand  Aquilin

Greubel Ferdinand Valtin

Greubel Franz Eduard

Greubel Georg Florian

Greubel Johann Erhard

Greubel Valentin

Kiesel Adam Heinrich

Kiesel Anton Melchior

Kiesel Burkard 

Kiesel Franz

Kiesel Johann Adolf Bernhard

Kiesel Johann Ferdinand

Kiesel Leopold

Meder Johann Andreas

Renninger Franz

Renninger Georg

Renninger Gregor

Reuß  August

Reuß  Konrad

Räder Matthäus

Rost   Joseph

Schmitt Johann Ambros

Seufert Valtin

Thein Johann Kaspar

Vogel  Johann Adelbert 

Vogel  Theodor

Witz Johann Franz


Briefträger

Bildhauer

Bauer

Bauer

Bauer

Maler

Bauer

Bauer

Bauer

Bauer

Briefträger

Bauer

Bauer

Bauer

Bauer

Bauer

Bauer

Bauer

Bauer

Bauer

Postbote

Bauer

Bauer

Bauer

Briefträger

Bürodiener

Gastwirt

Schullehrer

Schreiner

Steinhauer

Bauer

Bauer

Bauer

Bauer
 

So spärlich auch die Protokolleintragungen der Freiwilligen Feuerwehr sind, die leider erst seit 1900 geschlossen vorliegen, so zeugen sie doch von einem regen Vereinsleben.

In der Ausschusssitzung vom 9. 12. 1900 wurde beschlossen:

1.       Zum König Ludwig Denkmal 5 Mark aus der Vereinskasse zu spenden.
2.       Zu Gunsten des Vereins am 30. Dezember eine Verlosung durchzuführen. Jedes Los gewinnt!
3.       Den Beschluss aus dem Jahre 1894, dass jedes neue Mitglied 5 Mark zur Kleidung beisteuere,                    dahingehend abzuändern, dieses Monturengeld in 3 Jahren mit je 1,66 Mark abzuzahlen.
4.       Die Besitzer von alten Joppen können diese um 50 Pfennig erwerben, widrigenfalls solche abzuliefern         sind.
5.       Bei der wohllöblichen Gemeindeverwaltung soll der Antrag gestellt werden, dass bei gegebener                    Gelegenheit die Feuerleiterhalle mit Latten verschalt und verschließbar gemacht werde.
Am 16. 02. 1902 wurde angeregt, an jedem 1. Samstag im Monat sich im Vereinslokal zu treffen, wo eine gemütliche Besprechung über Feuerwehrsachen stattfinden soll.
1902 hatte die Freiwillige Feuerwehr Reiterswiesen 81 Mitglieder und an Ausrüstung:
57    Helme
55    Blusen
14     Beile
50    Gurte
 4     Karabinerhaken
 5     Leinen
 6     Laternen
 2     Signalhörner
 1      Druckspritze
91     Meter Schläuche
 2     Freistehende Leitern
 3     Dach- und Hakenleitern
 3     Feuerhaken
13     Petroleumfackeln
Im Dorf waren vorhanden 2 (Lösch-) Weiher und 34 Pump-Brunnen.

Im Bezirksamt Kissingen wurden 1902 je 1 Brand in Strahlsbach und in Waldfenster registriert.Im Stadtbereich Kissingen musste im selben Jahr die Feuerwehr 35 mal zur Brandbekämpfung ausrücken. Dabei gab es 3 Unfälle. Dies übertraf nur die Stadt Würzburg in diesem Jahr mit 39 Bränden und 2 Unfällen.

In einer außerordentlichen Versammlung am 4. 06. 1904 wurde beschlossen im Monat August das 25-jährige Stiftungsfest der FFW Reiterswiesen feierlich zu begehen. Das Vereinsvermögen betrug 314,80 Mark. Es wurde ein Festausschuss aufgestellt, welcher den genauen Tag noch zu bestimmen hatte.

Auch sollte eine Standarte angekauft werden.

Zwar fehlte oft das leidige Geld, doch war es zur Gründungszeit der Freiwilligen Feuerwehr Reiterwiesen geradezu verpönt, dass Feuerwehren sich Fahnen zulegten. In einer Landes – Feuerwehr – Ausschusssitzung  in München war offiziell die Beschaffung einer Fahne mit Fahnenweihe als eine „die Feuerwehrsache schädigende Veranstaltung“ bezeichnet worden.

Unsere Vorfahren jedoch nahmen dies nicht so genau.

Im Jubiläumsjahr hatte die Wehr 84 Mitglieder.

Das waren:
47 Ökonomen, 11 Königliche Postboten, 2 Privatier, 1 Maler, 2 Stationsdiener, 1 Hausdiener, 2 Schreiner,  
7 Taglöhner, 3 Gastwirte, 2 Schuster, 1 Gärtner, 1 Schmied, 1 Lehrer, 2 Maurer, 1 Steinmetz.

Der Vorstand, Bürgermeister Matthäus Röder, Kommandant Georg Borst und Adjutant Joseph Vinzenz Greubel konnten noch 26 lebenden Gründungsmitgliedern das Ehrenzeichen für 25-jährige Dienstzeit überreichen.

Das Vereinsleben in dieser, in unseren Augen „Guten alten Zeit, nahm seinen Verlauf mit den jährlichen Generalversammlungen, die mit einem Hoch auf den hohen Protektor der freiwilligen Feuerwehren, Seiner Königlichen Hoheit den Prinzregenten Luitpold von Bayern eröffnet wurden ; mit den immer wiederkehrenden Löschübungen, aber auch mit Tanzveranstaltungen und lustigen Maskenkränzchen.

Der Eishauch des 1. Weltkrieges zerstörte diese ,,Idylle“. Während seiner Dauer wurden keine Beiträge eingehoben. Für jedes gefallene Mitglied wurde ein Gedenkgottesdienst abgehalten.
Zum 22. März 1919 wurde die erste ordentliche Generalversammlung nach diesem fürchterlichen Krieg ,,anberaumt“.
Man gedachte der zahlreichen gefallenen Kameraden. Anschließend erfolgte eine Bestandsaufnahme und Neuwahl der Vorstandschaft für 1919—1923. Als Vereinslokal wurde das Gasthaus „Krone“ beibehalten.

Eine großartige Werbung brachte 32 neue aktive Mitglieder, deren Aufnahme schon am 12. April 1919 beschlossen wurde. Tags darauf „revidierten“ 6 Ausschussmitglieder die Mannschaftskleidung, indem sie von Haus zu Haus gingen und die älteren Vereinsmitglieder bewogen, ihre Uniformen und Ausrüstungen den jüngeren Leuten zur Verfügung zu stellen.

Am 1. Juni 1919 wurde ein Tanzkränzchen veranstaltet, im Januar 1920 ein öffentliches Maskenkränzchen und im April ein geschlossenes Tanzkränzchen bloß für Mitglieder, damit diese mehr Lust und Liebe zum ,,Ausrücken“ bekommen. Prompt traten weitere 9 Personen als aktive Mitglieder der Wehr bei. Zudem wurden von den FF Kissingen, Rannungen und Nüdlingen jeweils ein Wehrmann an die FF Reiterswiesen überwiesen.  Dieser äußere Aufschwung hatte jedoch auch seine Schattenseite. Zu den Übungen erschienen oft nur 40 Wehrmänner, und von diesen kamen viele auch noch in Zivil, obwohl sie Uniformen hatten. Da die zahlreichen Ermahnungen wenig fruchteten, legten bei der Generalversammlung am 6. 11. 1920 der Kommandant Richard Bauer und sein Adjutant Max Reuß aus Protest ihre Ämter nieder.

Die anschließend gewählten Gustav Vogel (Kommandant) und Ferdinand Kiesel Adjutant) führten die FF Reiterswiesen in den nächsten sechs Jahren.

Am 10. Oktober 1922 erfolgte eine Inspektion der Wehr durch den Bezirksvertreter Vay. Die Bücher und die Geräte waren in Ordnung. Großes Lob erhielt die FF Reiterswiesen für ihr Können bei der anschließenden Übung.

Unter Bürgermeister Christian Jakob Kiesel erhielt im Jahre 1928 die FF Reiterswiesen endlich ein eigenes Gerätehaus. Es wurde auf dem Platz der ehemaligen Dorfschmiede errichtet. Die Feuerlöschgeräte waren bisher so schlecht und recht im Rathaus untergebracht. Bei der Generalversammlung am 15. 12. 1928 wurden zum Vorstand gewählt Max Reuß, zum Kommandanten Ferdinand Kiesel und zum Adjutanten AugustRenninger. (Die letzten beiden einstimmig!)

Unter ihrer Führung wurde vom 6. — 8. Juli 1929 das 50-jährige Stiftungsfest durchgeführt. Ein 21-köpfiger Festausschuss, von dem jedes Mitglied mit einer eigenen Aufgabe betraut war, bereitete dieses große Ereignis vor. Die örtliche Musikkapelle wurde mit 220 Mark verpflichtet. Das Fest begann am Samstag, den 6. Juli, um 21.00 Uhr mit einem Fackelzug. Hierauf war Festkommers und Ehrung der noch lebenden neun Gründungsmitglieder: Heinrich Adam Kiesel, Ferdinand Aquilin Greubel, Franz Ferdinand Greubel, Andreas Greubel, Heinrich Albert, Melchior Kiesel, Gregor Renninger, Franz Kiesel und Adalbert Vogel.

Sonntag, den 7 Juli 1929:

         6.00   Uhr    Weckruf
         9.00   Uhr    Festgottesdienst
         10.00Uhr    Totengedenken am Kriegerdenkmal
         11.00  Uhr    Frühschoppen mit Konzert
         12.00Uhr    Mittagstisch
         14.00Uhr    Festzug —

hierauf im Festzelt Konzert und Ansprachen.

Montag, den 8. Juli — Requiem für die verstorbenen Mitglieder.
Die Feier des 50-jährigen Bestehens der Wehr verlief zur allgemeinen Zufriedenheit. 13 auswärtige Feuerwehren hatten teilgenommen. Ebenfalls anwesend waren Oberregierungsrat Dr. Fuchs und drei Bezirksvertreter.
An Einnahmen erbrachte das Fest        490,05   Mark,
dem standen gegenüber an Ausgaben    448,84   Mark,
somit verblieb ein Überschuss von            41,21  Mark
Der Kommandant Ferdinand Kiesel sprach allen Beteiligten für ihre Mühewaltung seinen Dank aus.

1934 zählte die Wehr 9 Ehrenmitglieder und 132 aktive und passive Mitglieder.  Es wurde beschlossen, den Florianstag in feierlicher Weise zu begehen, mit Kirchgang,  Gedächtnisfeier am Kriegerdenkmal mit Kranzniederlegung. Ende August wurde eine Feuerschutzwoche abgehalten, die von einem 12 - köpfigen Ausschuss organisiert wurde.
Programm:
Kirchenparade
Propagandazug durchs ganze Dorf
Schul- und Schauübungen
Ansprachen des Kommandanten und Adjutanten
Lehrvortrag über Luftschutz

In einer Ausschusssitzung vom 30. 11. 1935 wurden die verschiedenen Rettungstrupps des zivilen Luftschutzes zusammengestellt, die im Falle eines Luftangriffes im Ortsbereich vorhanden sein müssen.

Am 3. April 1938 wurde von dem damaligen Bürgermeister Max Reuß der FF Reiterswiesen eine Motorspritze und ein Schlauchwagen übergeben.

1940 belegte die hiesige Wehr den 6. Platz im Landkreis Bad Kissingen bei dem Reichswettkampf der Feuerwehren.

Im 4. Kriegsjahr 1943 wurde zwangsweise auch in Reiterswiesen eine weibliche Feuerwehr gebildet (vom 18. bis 25. Lebensjahr). In Theorie und praktischer Unterweisung an den Geräten wurde sie für den Ernstfall ausgebildet. Am 17. August und am 14. Oktober 1943 wurde die Reiterswiesener Wehr zum Lösch- und Rettungseinsatz nach Schweinfurt gerufen. Amerikanisch Bombenflugzeuge hatten große Teile Schweinfurts in Brand gesetzt. Unsern Feuerwehrmännern, die noch niemals solch eine Feuerhölle erlebt hatte wurde schier Übermenschliches abverlangt.
Zahlreiche weitere Einsätze bis zum Kriegsende 1945.

Bei der ersten Neuwahl der Vorstandschaft nach diesem fürchterlichen Krieg, am 29. Juni 1947, waren nur 35 Vereinsmitglieder anwesend. Als Vorstand wurde Bürgermeister Karl Renninger gewählt. Da Friedrich Kiesel und Paul Vogel, die als 1. und 2. Kommandanten gewählt wurden, ihre Wahl nicht annahmen, bestimmte Bürgermeister Renninger als 1. Kommandanten Ludwig Renninger und August Greubel zum 2. Kommandanten. Diese beiden wurden in der nächsten Generalversammlung einstimmig in ihrem Amt bestätigt.
Im November 1947 brannte die Scheune und Schreinerei von Hermann Kiesel. Nur das rasche Eingreifen der Reiterswiesener, Kissinger und amerikanischen Feuerwehren rettete das Wohnhaus, das Holzlager und einen Teil der Werkstatt. Von den Wehrmitgliedern der Bodenlauben wurde nach diesem Brand der Antrag gestellt, am Hause von Philipp Dees einen Gerätekasten, mit dem Notwendigsten zur ersten Löschhilfe, anzubringen.

Das 75-jährige Stiftungsfest mit Fahnenweihe wurde am 27. Juni 1954 gefeiert. Das ganze Dorf prangte im festlichen Schmuck, was die große Verbundenheit der Einwohner mit ihrer Feuerwehr widerspiegelte. Schon am Vorabend zog nach Einbruch der Dunkelheit ein Fackelzug durch die Ortschaft. Außer der FF Reiterswiesen nahmen daran Teil, der Patenverein Haard mit 40 Wehrmitgliedern, die Feuerwehren aus Bad Kissingen, Winkels, Garitz. Arnshausen und Hausen. Den Schluss bildeten die übrigen Ortsvereine. Der anschließende Festkommers im Gasthaus Krone wurde musikalisch von der Kapelle Schäfer und vom Gesangverein Reiterswiesen unter Leitung von Lehrer Verholen umrahmt. Bürgermeister Karl Renninger hieß als Vorstand der Wehr alle Gäste herzlich kommen, besonders Landrat M. D. L. Hofmann, Pater Dr. Wagner, Kreisbrandinspektor Kiesel und Kreisbrandmeister Back.
Der 1. Kommandant August Kiesel gab einen Rückblick über den Werdegang der Wehr in den vergangenen 75 Jahren.
Anschließend überreichte Landrat Hofmann den beiden langjährigen Kommandanten Ferdinand Kiesel und August Renninger die Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber.
Für 50-jährige Dienstzeit wurden siebzehn für 40-jährige Dienstzeit vierzehn und für 25-jährige Dienstzeit fünfundvierzig Mitglieder ausgezeichnet.
Am Sonntag nach dem Weckruf, Abholung der auswärtigen Vereine und Kirchenparade, erfolgte um 9.00 Uhr die feierliche Weihe der neuen Fahne.
Der Ortsgeistliche Pater Dr. Wagner hob in seiner Festansprache das stete Bereitsein des Feuerwehrmannes hervor. Auch für ihn gelte das Wort: Ihr wisst weder den Tag noch die Stunde und, dass durch den Dienst in der Wehr das große Gebot der Nächstenliebe in die Tat umgesetzt wird. Die Schauübung um 13.00 Uhr stellte den hohen Ausbildungsstand unserer Wehr unter Beweis, worüber sich Kreisbrandinspektor Kiesel lobend aussprach. Um 14.00 Uhr fand der Festzug statt, zu dem sich 25 auswärtige Wehren eingefunden hatten. Zum Glück hatte nun der Regen, der den ganzen Vormittag herrschte, aufgehört und so konnte der Zug zum Festplatz dirigiert werden. Ab 18.00 Uhr war Festball, der von alt und jung sehr gut besucht war. Trotz eines Defizits von zirka 100 DM wurde dieses Stiftungsfest mit Fahnenweihe von allen Mitgliedern als durchaus gelungen bezeichnet.

1959 — im 80. Jahre ihres Bestehens, betrug der Mitgliederstand der FF ­Reiterswiesen 148 Personen; 20 Ehrenmitglieder, 68 aktive Mitglieder und 60 passive Mitglieder.

Feierlich begangen wurde das 80. Stiftungsfest jedoch erst am 19. und 20. August 1961 mit gleichzeitiger Weihe eines Kleinlösch-Fahrzeuges mit Motorspritze. Ein imposanter Fackelzug vom Cafe Ballinghain durch das Dorf zum Festzeit leitete die Veranstaltungsfolge am Samstagabend ein. Die Kurkapelle Bad Bocklet und der Gesangverein Reiterswiesen sorgten für eine beifällig aufgenommene Umrahmung des Ehrenabends, der in erster Linie den treuen Jubilaren der Wehr galt. Am Sonntag, nach dem Festgottesdienst und einem würdigen Totengedenken am Ehrenmal, segnete Pater Meindl vor dem Gerätehaus das neue Löschfahrzeug. Bürgermeister Albin Kiesel schilderte dann die Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Geräte, die aber dank der Mithilfe des Kreisbrandinspektors gelöst werden konnten und übergab sodann das Kleinlösch Fahrzeug mit Motorspritze der Wehr. In der Mittagspause zeigte die Wehr ihr Können in einer Einsatz-Schulübung mit dem neuen Löschfahrzeug und der Löschgruppe. Sie bekam für ihre Leistung die volle Anerkennung von Kreisbrandinspektor Kiesel (Aschach), der auch bei der Besichtigung der Wehr mit Ausrüstung und Uniformierung zu­frieden war. Recht eindrucksvoll war der anschließende Festzug, der vom Ortsausgang aus Richtung Eltingshausen durch das Dorf zum Festplatz führte. Hier gab es nochmals Begrüßungs- und Glückwunschansprachen.’
Es folgte ein festlich-froher Nachmittag, der mit der Verleihung der Fahnen ­Erinnerungsbänder an die Gastwehren schloss. Am Abend gab es dann ein frohes Kameradschaftsfest, das die Einwohner aller Altersgruppen mit ihren Gästen lange vereinte und die Jubiläumstage erinnerungsreich ausklingen ließ.

Am Sonntag, den 17. Februar 1963 früh um 1.20 Uhr stand eine kirchturmhohe Feuersäule über dem Mitteldorf von Reiterswiesen. In rasender Eile griffen die Flammen auf fünf Scheunen mit Ställen und Nebengebäuden über. Die ersten Rettungsmaßnahmen in den betroffenen Anwesen in der Kissinger Straße 33 — 35 — 37 — 37 a und Flurstraße 3 waren das In-Sicherheit-Bringen des Viehs und das Abschirmen der Wohnhäuser gegen das rasende Flammenmeer. Unsere Feuerwehrmänner bekämpften gemeinsam mit den zur Hilfe herbei­geeilten Nachbarwehren Garitz, Winkels und Hausen von allen Seiten diesen Großbrand. Um 4.30 Uhr konnte das Feuer ,,unter Kontrolle“ gemeldet werden. Die Ablöscharbeiten jedoch dauerten bis in die Mittagsstunden.

Unter der Leitung von 1. Kommandanten Rudi Greubel, der am 20. März 1963 in dieses Amt gewählt wurde, nahm die Freiwillige Feuerwehr Reiterswiesen weiteren Aufschwung. 1963 wurde die FF - Reiterswiesen bei der Planung für den überörtlichen Feuerschutz als Löschhilfe für den Stadtbezirk Bad Kissingen eingeteilt.

1965 wurde von der Gemeinde das Schlauchmaterial um 300 m B-Schläuche und um 180 m C-Schläuche ergänzt. Bürgermeister Albin Kiesel versprach der Wehr, dass die Gemeinde alles tun würde um die Wehr mit modernsten Geräten auszustatten und auch in naher Zukunft einen Löschweiher zu errichten. Erwerb des Leistungsabzeichens von der 1. Löschgruppe (1965) und von der 2. Löschgruppe (1966).

Seit 1967 richtet die Feuerwehr gemeinsam mit dem Gesangverein und den TSV das weltliche Kirchweihfest aus, das alljährlich im Juni begannen wird.

1970 wurde erstmals im Landkreis Bad Kissingen der St. Florians -Tag“ im Talkirchlein bei Münnerstadt abgehalten. Die harmonisch verlaufene Veranstaltung war für alle Teilnehmer ein Erlebnis.  
Bei der Generalversammlung am 5. 12. 1970 wurde beschlossen, der Gemeinde für die Beschaffung eines neuen Löschfahrzeuges DM 5.000,— als Zuschuss zur Verfügung zu stellen.

Am 14. März 1971 konnte die FF - Reiterswiesen ein neues Löschfahrzeug LF 8 in Empfang nehmen. Die Notwendigkeit einer ordentlichen Ausrüstung wurde schon wenige Tage später ersichtlich. Am 21. 03. 71 musste ein Zimmerbrand und am 5. 04. 71 ein Flächenbrand bekämpft werden.

Das 90. Stiftungsfest wurde am 29./30. Juli 1972 nachgeholt. Anlass war die Einweihung des neuen Löschweihers und des neuen Löschfahrzeugs LF 8. Die feierliche Weihe nahm in Gegenwart einer großen Zahl Interessenten und eini­ger Kreis- und Stadträte (RW seit 4 Wochen Stadtteil Kissingens) der Ortsgeistliche Pater Heinrich Drößmar MSO vor. In Vertretung des OB beglückwünschte 2. Bürgermeister Willi Baumgart die Reiterswiesener Wehr und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass beides, Löschweiher und Löschfahrzeug mit Gottes Segen dem Wohle der Bevölkerung diene. Er ließ durch den ehemaligen Bürgermeister Albin Kiesel die Schlüssel des Fahrzeuges an den 1. Kommandanten Rudi Greubel überreichen, dem er mit seinen Männern immer einen gelungenen Einsatz und ein gesundes Heimkommen wünschte.
Es schloss sich eine kurze Schauübung an, dann ging es mit zünftiger Musik ins Festzelt. Dort hieß Kommandant Rudi Greubel alle willkommen und Schriftführer Oskar Dittmer ließ 90 Jahre Freiwillige Feuerwehr Reiterswiesen Revue passieren.
Bürgermeister Baumgart und Kreisbrandrat Ewald Rützel würdigten den guten Geist der Feuerwehr, der seit neun Jahrzehnten von Idealismus und Einsatzbereitschaft im Dienst am Nächsten geprägt ist.
Mit der Ehrung der treuesten Helfer hatte der Kommersabend seinen Höhepunkt erreicht. Mit dem Ehrenzeichen in Gold wurde Ludwig Renninger, in Silber Friedrich Diez, Friedrich Kiesel, Albin Kiesel, Albin Vogel und Rudolf Greubel geehrt.
Für 60-jährige Zugehörigkeit erhielt Klemens Greubel eine Urkunde; für 50 Jahre wurden Gregor Herold, August Josef Kiesel, Leo Renninger, Felix Greu­bel, Karl Klemens Greubel, Ludwig Renninger, Ludwig Simon, Ludwig Greubel, Burkard Bühner, Eugen Renninger, Hugo Kiesel, Heinrich Albert, Alfons Bün­ner, Ludwig Greubel, Heinrich Schäfer, Joseph Moritz, Josef Wilhelm Kuhn, Karl Fenn und Anton Albert geehrt.
23 Kameraden wurden für 40-jährige Zugehörigkeit und 22 Wehrmänner für 25-jährIge Mitgliedschaft ausgezeichnet. Nach dem Gottesdienst im Zelt und dem obligatorischen Frühschoppen setzte in der Mittagsstunde der große Festzug mit über 30 Wehren und den Reiterswiesener Ortsvereinen, den letzten Höhepunkt in der Programmfolge.
Mit einem unterhaltsamen Nachmittag und einem geselligen Beisammensein im Festzeit, klang nach Mitternacht das stolze Jubiläum aus.
Mit der Eingemeindung wurden im Reiterswiesener Rathaus Amtsräume nicht mehr genutzt. Aus diesem Grund stellte die Vorstandschaft einen Antrag an die Stadt Bad Kissingen, den früheren Sitzungssaal für Versammlungs- und Schulungszwecken  nutzen zu dürfen. Dieser Antrag wurde mit Schreiben vom 21.08.1972 vom Oberbürgermeister Herrn Dr. Hans Weiß genehmigt.
Die Neugegründete Jugendfeuerwehr hatte im gleichen Jahr das Jugend-Leistungsabzeichen erworben.
Zwei Löschgruppen der aktiven Wehr hatten sich ebenfalls den Bedingungen einer Leistungsprüfung unterzogen und das Bronze- und Silber-Abzeichen erlangt.
Der Altbürgermeister Albin Kiesel wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt und damit seine Verdienste gewürdigt, die er sich um die Feuerwehr erworben hat.
Auch an Oberlöschmeister Reinhold Bühner ging eine Dankadresse, der sich in hervorragender Weise um die Weiterbildung der Wehrmänner mühte, ganz speziell um die Betreuung der neuen Jugendfeuerwehr.

Mitten in den Vorbereitungen zum Kirchweihfest 1975 wütete in der Nacht vom 18. Juni gegen 22.30 Uhr abermals ein Feuersturm im unteren Ortsteil von Reiterswiesen. Im „Hüsles“ standen in Windeseile fünf Scheunen in Flammen, Kissingerstraße 15 — 17 — 19 — 21 — 23.
Den Nachbarn und den Männern der Ortswehr gelang es, das Vieh und einige landwirtschaftliche Geräte zu retten. Die größte Sorge galt natürlich in dem eng bebauten Gebiet dem Abschirmen der an die Scheunen angrenzenden Wohnhäuser und dem Eindämmen des Brandes. Die Ortswehr und zehn weitere zu Hilfe herbeigeeilten Feuerwehren aus allen Stadtteilen und der Umgebung versuchten, von allen Seiten dieses furchtbare Flammenmeer zu bekämpfen und ein Ausbreiten zu verhindern. Der heftige Nordost-Wind jedoch blies solch einen mächtigen Funkenregen vor sich her, daß das Feuer über ein Wohnhaus und die Kissinger Straße hinweg noch eine sechste Scheune (vom Anwesen Kissinger Str. 10) in Brand setzte. Obwohl zwei Wehren sofort diesen neuen Brandherd bekämpften, war die Scheune nicht mehr zu retten. Gegen Mitternacht endlich war das Feuer unter Kontrolle und man konnte aufatmen. Die Ablöscharbeiten dauerten bis zum nächsten Tag. Die zu Hilfe herbeigeeilten Wehren waren aus Bad Kissingen, Arnshausen, Garitz, Hausen, Winkels, Eltingshausen, Oerlenbach, Ebenhausen, Nüdlingen, Münnerstadt und Rottershausen.

Bei den Neuwahlen in der Generalversammlung am 10. 12. 1977 wurde Rudi Greubel mit großer Mehrheit in seinem Amt als 1. Vorstand und Kommandant bestätigt. Neuer 2. Kommandant wurde Albrecht Kiesel. Kommandant Rudi Greubel konnte als Vertreter der Stadt Bad Kissingen Oberbürgermeister Dr. Hans Weiß, Stadtbrandinspektor Walter Brust sowie den Ehrenvorstand Alt-Bürgermeister Albin Kiesel begrüßen. OB Dr. Weiß nannte die Feuerwehrleute Arbeiter an der Sicherheit und Mitarbeiter an der Verbundenheit in der Großen Kreisstadt. Im Rathaus wisse man die Arbeit der Feuerwehren wohl zu schätzen. Die Stadt leiste gerne ihren finanziellen Beitrag, dass die Gerätschaften der Wehren intakt seien.
Für das 100-jährige Stiftungsfest wurde ein Festausschuss gewählt. Ihm gehören alle Mitglieder der Vorstandschaft an, sowie Reinhold Bühner, Heinz Werner, Gottfried Bischof und Karl-Heinz Dittmer.
Nach den Neuwahlen nahm Reinhold Bühner im Auftrag der Vorstandschaft Ehrungen vor und zeichnete den 1. Kommandanten Rudi Greubel, den Gerätewart und bisherigen 2. Kommandanten Willi Bühner sowie den Schriftführer und Kassier Oskar Dittmer für langjährige treue Verdienste  aus.

Unter der Regie von Reinhold Bühner fand 1978 der erste Feuerwehr-Preisschafkopf im Vereinslokal Krone beim „Gröbner`s August“ statt.
Den Ersten Platz erspielte sich Siegfried Kiesel K20 und nahm als ersten Preis einen Radio- Kassettenrecorder mit nach Hause.

Mitten in den Festvorbereitungen zum 100 Jährigen Vereinsjubiläum kam überraschend die Nachricht, dass der Kommandant Rudi Greubel sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausführen kann.
Von nun an übernahm sein Stellvertreter Albrecht Kiesel die Verantwortung. 
Das 100 jährige Stiftungsfest vom 06. – 09. Juli 1979 der Reiterswiesener Wehr begann mit einem Festkommers. In der Zeitung konnte man lesen “ Hoffentlich macht dieser Kommers Schule“. Glänzend organisiert und wohltuend flott lief der Festkommers im Festzelt ab. Nicht alltäglich bei einer solchen Gelegenheit auch das Rahmenprogramm: Das Jugendmusikkorps unter Stadtmusikdirektor Hans Wollgast umrahmte den Ehrenabend mit festlichen Musikstücken. Zur weiteren musikalischen Gestaltung trug der Gesangsverein bei. Da war es kein Wunder, dass sich auch die Festredner bemühten, die unumgänglichen Reden auf das Allernotwendigste zu beschränken. Kurzum: Ein Kommers, der Schule machen sollte.
Trotz des schlechten Gesundheitlichen Zustandes, lies es sich Rudi Greubel nicht nehmen, die Ehrungen selbst vorzunehmen.
Er bezeichnete den Spruch „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ als Leitgedanke seiner Wehr. Zum Schutz von Hab und Gut der Bürger gehöre schon eine gehörige Portion Idealismus. Landrat Marko Dyga trat auch für den verhinderten Schirmherrn, OB Dr. Hans Weiß, und den anwesenden Bürgermeister Georg Straus ans Mikrophon. Er unterstrich, dass das bei den Wehren umstrittene neue Feuerwehrgesetz die Grundstrukturen des Feuerschutzes nicht angreifen dürfe. Beibehalten müsse man zwei Prinzipien: Für den Brandschutz müssten vor allem die Orts- und Stadtteilwehren verantwortlich sein. Und: Die Freiwilligkeit müsse erhalten bleiben. Verbessern müsse man allerdings die soziale und arbeitsrechtliche Absicherung der Wehrleute.
Nach kurzen Ansprachen von Kreisbrandrat Ewald Rützel und Stadtbrandinspektor Walter Brust gingen auch die Ehrungen recht flott über die Bühne.
Auszeichnungen für 60jährige Zugehörigkeit zur Wehr erhielten August Kiesel, Leo Renninger, Ludwig Simon, Ludwig Greubel K 109, Ludwig Greubel, Heinrich Schäfer, Josef Moritz und Anton Albert.

Ein halbes Jahrhundert hielten folgende Männer der Freiwilligen Feuerwehr die Treue: Alfons Kiesel, Ludwig Kiesel K 90, Adalbert Vogel, Friedrich Dietz, Josef Dietz, Josef Greubel, Paul Greubel, Leo Dittmer, Fritz Bramann, Ernst Kiesel, Paul Vogel, Bruno Vogel, Willibald Kiesel, Leo Greubel, Friedrich Kiesel K 12, Rudolf Reuss, Albin Kiesel und Willi Kiesel.
Für 40jährige Zugehörigkeit wurden Bruno Greubel und Otmar Metz geehrt.
Lang war auch die Liste derer, die seit einem Vierteljahrhundert dabei sind.
Das Feuerwehrehrenzeichen in Silber erhielten für 25jährigen aktiven Dienst fünf wackere Männer. Es sind dies Reinhold Bühner, Rudolf Dietz, Oskar Dittmer, Siegfried Kiesel sowie Willi Bühner.
Höhepunkt der vier Tage dauernden Festivitäten war am Sonntag nach der Kirchenparade und dem Festgottesdienst der Festzug. Vom Festplatz bewegte sich der Festzug – an dem sich über 40 Feuerwehrabordnungen und vier Musikkapellen beteiligten  über die Kissingerstraße zur Burgstraße und von dort wieder  mit „Hallo“ und Applaus von den vielen hundert Schaulustigen zurück zum Festplatz. Die Verbundenheit mit der Jubiläumswehr brachten Vertreter der Stadt und Kommunalpolitik zum Ausdruck, die sich in den Festzug eingereiht hatten. Die Feuerwehrspitze im Landkreis war durch Kreisbrandrat Ewald Rützel sowie die Kreis- bzw. Stadtbrandinspektoren Karl Köth und Walter Brust vertreten. Nicht unerwähnt bleiben sollen die Reiterswiesener Ortsvereine, die ebenfalls mit von der Partie waren – und so ein Zeichen der Geschlossenheit der Vereine setzten.
Der Schlusspunkt wurde am Montag mit einem Kesselfleischessen und dem Festausklang gesetzt, der gleichzeitig der Startschuss fürs zweite Jahrhundert war.

In der folgenden Generalversammlung am 08.12.1979 wurde Albrecht Kiesel zum Kommandanten und Heinz Werner zu seinem Stellvertreter gewählt.

In den Morgenstunden des 15. Juni 1980 musste die Wehr zu einem Großbrand im „Traditionscafe Ballinghain“ (Sunset) ausrücken. Ein Taxifahrer hatte gegen 3.40 Uhr den Brand in dem Gebäude an der Straße zum Stadtteil Reiterswiesen entdeckt und sofort Alarm gegeben. Die um 3.42 Uhr alarmierten Wehren von Reiterswiesen, Bad Kissingen und Ebenhausen waren schon nach kurzer Zeit am Brandplatz und begannen sofort mit der Bekämpfung des Feuers im Inneren des Hauses und des Anbaues, wobei den Wehrmännern durch die Fenster die Flammen entgegenschlugen und sich starker Rauch entwickelt hatte.
Die Reiterswiesener Wehr war mit 50 Wehrmännern, unter Kommandant Albrecht Kiesel, und die Kissinger Wehr mit über 20 Wehrmännern, unter Kommandant Klaus Horch, mit ihren Tanklöschfahrzeugen und Löschfahrzeugen im Einsatz. Die Kissinger Wehr hatte auch die Drehleiter DL 30, den Sprengwagen und den Rüstwagen am Einsatzort bereitgestellt. Hinzu kam noch eine Gruppe von acht Wehrmännern mit Löschfahrzeug aus Ebenhausen. Von allen Seiten wurde das Feuer bekämpft, wobei durch den rückwärtigen Eingang ein Innenangriff mit schwerem Atemschutz erfolgte. Vom Dach des Anbaues aus drangen die Feuerwehrmänner durch die Fenster ein, denn auch die Wohnräume im Dachstuhl brannten. Schon nach etwa 20 Minuten war der Brand unter Kontrolle und nach einer knappen Stunde abgelöscht.
Das Tanzlokal mit den angrenzenden Wirtschaftsräumen und Nebenräumen sowie das Dachgeschoß mit Wohnräumen brannten völlig aus. Die gesamte Inneneinrichtung wurde durch Feuer, Rauchentwicklung und Wasserschäden vernichtet. Die Kriminalinspektion Schweinfurt nahm noch in der Nacht die Ermittlungen nach der Brandursache auf. Der Sachschaden wird auf ca. 300.000 DM geschätzt.

Ein Jahr nach dem Großbrand im Cafe Ballinghain brach im Wohnzimmer des Untergeschosses eines zweigeschossigen Wohnhauses mit Kur­ und Passantenzimmern in der Höhenstraße, am 30.09.1981, gegen 6.45 Uhr ein Brand aus. Die  Flammen schlugen durch das geborstene große Fenster und beschädigten die Außenfassade des in Fertigbauweise erstellten Hauses, wobei durch die große Hitzeentwicklung auch das große Fenster im Obergeschoß zerbarst. Die Flammen griffen auch auf die angrenzenden Räume des Untergeschosses über.
Das Wohnzimmer mit allem Mobiliar brannte völlig aus und auch die angrenzenden Räume sowie die Hausfassade wurden durch die starke Rauchentwicklung stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Gesamtschaden dürfte nach Schätzungen über 150 000.- DM betragen.
Bei Brandausbruch schlief im Untergeschoß die Hausbesitzerin mit ihren drei und sieben Jahre alten Söhnen. Der Dreijährige wurde durch die Rauchentwicklung wach, weckte seine Mutter, die um 6.47 Uhr die Polizei verständigte und sich und die Kinder in Sicherheit bringen konnte. Auch ein zur Kur hier weilendes Ehepaar, das im Obergeschoß wohnte, blieb unverletzt. Vorsorglich waren Notarzt und das BRK mit dem Rettungswagen alarmiert worden. Die Freiwillige Feuerwehr Reiterswiesen unter Leitung des stellv. Kommandanten Heinz Werner war in kurze Zeit zur Stelle und bekämpfte das Feuer mit einem B – Rohr. Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr Bad Kissingen war unter Leitung ihres Kommandanten Klaus Horch zum Brandort geeilt, brauchte aber bei der eigentlichen Brandbekämpfung nicht mehr einzugreifen. Drei Trupps mit schwerem Atemschutz drangen in die verqualmten Räume vor, um nach eventuellen weiteren Hausbewohner und weiteren Brandstellen zu suchen. Nach einer knappen Stunde war das Feuer abgelöscht.

Einen von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kissingen ausgemusterten VW Bus konnte die Feuerwehr Reiterswiesen  im Jahre 1982 als zweites Fahrzeug in den Dienstbetrieb übernehmen. Außerdem wurden im selben Jahr zwei Handsprechfunkgeräte aus der Vereinskasse beschafft. Erstmals in der Vereinsgeschichte wurde mit Herrn Helmut Freyer  ein Förderndes Mitglied in die Wehr aufgenommen. Der Förderbetrag wurde mit 25,-- DM angesetzt.

Ein neues Sprechfunkgerät (4m-Band) wird 1983 in das Löschgruppenfahrzeug eingebaut, um bei Einsätzen direkt mit anderen Hilfsorganisationen  über Funk Kontakt aufnehmen zu können.

Im gleichen Jahr geht die Feuerwehr Reiterswiesen mit der Stadtverwaltung in Verhandlung, die aufgelassene Gefrieranlage hinter dem Feuerwehrhaus nutzen zu dürfen. Bei einer Zusage würde die Feuerwehr die Räumlichkeiten in  Eigenregie als Lagerräume für Feuerwehrgeräte  und Werkstatt für die erwarteten Atemschutzgeräte ausbauen. Nach erfolgreichen Verhandlungen mit der Stadt konnte die Feuerwehr die ehemalige Gefrieranlage übernehmen und beginnen die Räume auszuräumen und  umzubauen. Zusätzlich wurde von der Stadt eine Toilettenanlage eingebaut.

Im Januar 1984 wird im Auftrag der Feuerwehrführung durch Baumeister Adolf Kiesel ein Plan für die Vergrößerung und Aufstockung des bestehenden Gerätehauses erarbeitet und bei der Stadt eingereicht. Der Bauantrag wurde von der Stadt (Herr Kreitmair) jedoch abgelehnt, da dieses Bauvorhaben keine Zukunftsperspektive darstellte. Doch die Feuerwehr Reiterswiesen gab so schnell nicht auf, und stellte schon im Mai des gleichen Jahres einen Antrag auf ein neues Feuerwehrgerätehaus im Bereich unterhalb des Kindergartens.

Im Oktober 1984 treffen die vier neuen Atemschutzgeräte Typ PA 80 ein. Manfred Kissner wird zum Gruppenführer für die neu eingeführte Atemschutzgruppe ernannt. Er ist ab sofort für die Aus- und Weiterbildung der   Atemschutzgeräteträger verantwortlich.

Bei der Jahreshauptversammlung 1984 wurde der Antrag gestellt, eine Damenfeuerwehr zu gründen. Der Vorschlag scheiterte aber an zu wenig Interessenten. Der Antrag von Kamerad Konrad Kuhn zur Gründung einer Feuerwehrkapelle fand  bei den Mitgliedern der Vorstandschaft gehör, konnte aber nicht vollzogen werden, weil viele der Musikanten bereits in anderen Kapellen tätig waren.

Weiter  wurde vom Kommandanten mitgeteilt, dass die alte fahrbare Leiter nach den aktuellen Unfallverhütungsvorschriften nicht mehr benutzt werden darf, und somit verschlagen wird. Sie wird bis auf weiteres beim Kamerad Rudolf Dietz untergestellt.

1985 findet das traditionelle Kirchweihfest erstmals auf der „Gössleswiese“ statt.
Das Jahr 1985 war richtungsweisend für die weitere Zukunft der Wehr, denn nach mehreren Gesprächen mit der Stadt Bad Kissingen entschloss man sich für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses. Als Standort wurde die Wiese unterhalb des Kindergartens gewählt. Dies wurde mit dem Beschluß des Bauausschusses der Stadt Bad Kissingen vom 05.11.1985 festgelegt. Von nun an nahm das Projekt „Neubau Feuerwehrgerätehaus“ immer konkretere  Formen an. Das Architekturbüro Koller und Romberger erhielt von der Stadt Bad Kissingen den Planungsauftrag. In der Bauausschusssitzung vom 01.04.1986 wurden die vorgelegten Baupläne genehmigt. Am 15.09.1986 konnte die Baufirma Adolf Kiesel endlich mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses beginnen. Die Bauleitung erfolgte durch den Reiterswiesener Architekt Bernd Heinrich. Durch die gute Zusammenarbeit mit dem Bauherr/ Bauleitung/ Baufirma und der Vorstandschaft konnten so manche Änderungen zu Gunsten der Wehr durchgeführt werden. Nach Abschluß der Baumaßnahme im Jahr 1987 wurden von der Stadt Bad Kissingen die Gesamtkosten in der Höhe von 455.373,68 DM festgestellt. Noch in der Bauphase entschied die Vorstandschaft das folgende bewegliche und feste Einrichtungen aus der Vereinskasse beschafft werden.
Dies waren unter anderem:
Bestuhlung Schulungsraum, Raumteiler Küche, Fahnenschrank, Schrankwand mit Vitrine für unsere Standarte, diverse Werkstatteinrichtungen, sowie eine ausreichende Geschirrausstattung. Die Investitionen beliefen sich auf rund 25.000 DM.
Ein von Herrn Walter Schmitz gestaltetes Schild mit dem Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ wurde in der Fahrzeughalle angebracht.

Im gleichen Jahr wurde festgestellt, dass der Löschweiher in der „Gössleswiese“ große Schäden aufweist. Man befaßte sich mit den Gedanken eine neue Löschwasserzisterne mit einem Fassungsvolumen von 180 m³ hinter dem neu errichteten Feuerwehrgerätehaus zu bauen.

Das Jahr 1988 stand ganz im Zeichen der Einweihung unseres neuen Feuerwehrgerätehauses. Am Sonntag, den 29. Mai 1988 konnte das neue Domizil von Herrn Oberbürgermeister Georg Strauß feierlich an die Feuerwehr übergeben werden.
Die symbolische Schlüsselübergabe vollzog Herr Architekt Romberger, der den  goldenen Schlüssel an Herrn Oberbürgermeister Georg Strauß übergab, dieser reichte ihn an Kommandanten Herrn Albrecht Kiesel weiter mit den Worten: „Die Männer der Reiterswiesener Wehr mögen so mit dem Gerätehaus umgehen, als wäre es das Eigene“.
Das zweitägige Fest begann am Samstag mit einem zünftigen Bayerischen Abend im Festzelt.
Am Sonntag wurde nach einer Kirchenparade und dem Festgottesdienst das neue Gerätehaus von Herrn Pfarrer Seufert feierlich gesegnet.
Das Oberhaupt der Stadt Bad Kissingen Herr Oberbürgermeister Georg Strauß bedankte sich bei dem Architekten, der Wehr und allen am Bau beteiligten Firmen dafür, dass das eingeplante Budget eingehalten wurde. Dazu trug auch die rege Eigenleistung der Feuermitglieder bei.
Grußworte wurden von Herrn Bundestagsabgeordneten Eduard Lintner, Herrn Bezirksrat Alfons Kleinhenz, Herrn Kreisbrandrat  Ewald Rützel, Herrn Stadtbrandinspektor Klaus Horch und dem Kommandanten von der Patenwehr Arnshausen Herrn Josef Schott überbracht. Allen Gratulanten dankte Kommandant Albrecht Kiesel zum Schluß für ihre guten Wünsche und lud Sie zur Besichtigung des Feuerwehrgerätehauses ein.
Das Schmuckstück des neuen Feuerwehrgerätehauses ist der Schulungsraum, in dessen Ausstattung die Wehr einen Großteil ihrer Ersparnisse investiert hat.
Dort befinden sich in verglasten Wandschränken zwei Fahnen, eine aus dem Jahre 1904 und die Vereinsfahne von 1954, welche zum Fest mit einem Kostenaufwand von 2.100 DM aus der Vereinskasse restauriert wurde. Als Erinnerungsgeschenke erhielten wir ein vom Pfarrgemeinderat gestiftetes Kruzifix, sowie von der Patenwehr Arnshausen ein Ölgemälde mit dem Abbild des Feuerwehrhauses. Der Vorstand vom TSV Reiterswiesen Herr Hans-Jürgen Gödicke überreichte der Wehr einen handgeschnitzten St. Florian mit dem Wunsch als künftiger Nachbar immer ein gutes Miteinander zu pflegen.
Der Kommandant Herr Albrecht Kiesel versicherte, dass alle Präsente immer einen Ehrenplatz in unserem Feuerwehrhaus haben werden.
Am Sonntag abend lies man bei zünftiger Blasmusik die Festtage gemütlich ausklingen.

Erstmalig fand das diesjährige Zwiebelplootzfest am 28.08.1988 in den neuen Räumlichkeiten des Feuerwehrgerätehauses statt.
Es wurde ein Antrag auf Installierung einer zweiten Sirene im Bereich der Turnhalle gestellt, dies scheiterte an einem geeigneten Standort, des weiteren wurde ein Antrag auf die Beschaffung eines Ersatzfahrzeuges für den alten VW- Bus gestellt. Einen evtl. Zuschuß stellte die Vorstandschaft in Aussicht. Dieser Gedanke fand bei der Verwaltung anklang und man beschaffte ein gebrauchtes Ersatzfahrzeug Typ Ford-Transit im Wert von 17.700 DM. Der Eigenanteil der Wehr wurde mit 2.700 DM festgelegt. Am neuen Fahrzeug wurden zahlreiche Arbeitsleistungen wie zum Beispiel Schleif- und Spachtelarbeiten durchgeführt. Die geplante Zisterne  wurde im Herbst durch die Fa. Ulrich aus Elfershausen gebaut und fertiggestellt. Am 03.12.88 fand die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr erstmalig in der Fahrzeughalle des neuen Feuerwehrgerätehauses statt. Dabei wurde turnusmäßig die Neuwahlen der Vorstandschaft durchgeführt.

1. Kdt. und Vorstand Albrecht Kiesel             vormals        Albrecht Kiesel

Stellv. Kdt. und Vorstand Michael Kiesel       vormals        Heinz Werner

Schriftführer Manfred Kissner                         vormals        Oskar Dittmer

Kassier Konrad Kiesel                                    vormals        Oskar Dittmer

Mitgliederzahl 1988: 154 Mitglieder

Das Jahr 1989 stand voll im Zeichen des 110-jährigen Gründungsfestes der Feuerwehr Reiterswiesen. Ein Ehrenabend bildete den würdigen Auftakt zur Feier des 110-jährigen Bestehens der Wehr, deren Höhepunkt ein großes Fest am zweiten Wochenende im  Juli werden sollte. 52 Mitglieder wurden für 25 – 70 Jahre Treue zur Wehr geehrt. Landrat Marko Dyga nahm außerdem eine Reihe von staatlichen Ehrungen vor. Musikalisch wurde der Kommers vom Männergesangverein Reiterswiesen und vom Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen umrahmt. In der bis zum letzten Platz gefüllten Halle war die Bühne flankiert von der alten Standarte aus dem Jahre 1904, einem nach damaliger Sitte gekleidetem Feuerwehrmann und der neuen Fahne aus dem Jahre 1954, die ein Feuerwehrmann in der 1989 gebräuchlichen Dienstuniform trug. Am Samstagabend, den 08. Juli 89 um 19.30 war es dann soweit, und das große Fest begann in  einem voll gefüllten Zelt unter dem Motto Bayerischer Bierabend mit den Lauertaler Musikanten. Der Sonntag begann um 9,00 Uhr mit einem Festgottesdienst mit Totenehrung und Fahrzeugsegnung. Nach dem Gottesdienst fand die Übergabe des neuen Mannschaftstransportwagens statt. Voller Stolz und Zuversicht nahm der 1.Kommandant Albrecht Kiesel die Schlüssel aus den Händen von Herrn Bürgermeister Horst Arand in Empfang. Unter den Klängen der Musikkapelle ging es anschließend zum gemeinsamen Frühschoppen ins Festzelt. Ein weiterer Höhepunkt des 110. Geburtstages, der unter der Schirmherrschaft von MdL Herbert Neder stand, war der Festzug durch den festlich geschmückten Ort am Sonntag um 13.00 Uhr. Angeführt von den „Wehrveteranen“ zogen 47 Fahnenabordnungen an den zahlreichen Zuschauern vorbei. Ein imposantes Bild bot das schwedische Sjöbo-Jugendblasorchester mit ihren blau-weiß gekleideten Tanzmädchen an der Spitze. Insgesamt begleiteten 5 Kapellen den mehrer hundert Meter langen Zug zum Festzelt. Ab 19.00 Uhr, spielte die Stimmungskapelle Arnshausen für unsere Gäste. Zum Abschluss des Festes fand am Montagabend ein Kesselfleischessen statt, und die Blaskapelle Hetzlos spielte zum Festausklang. Die großen Besucherzahlen belegten uns, dass es ein sehr gelungenes Fest war.

Der 1989 an die Stadtverwaltung gestellte Antrag, eine Fertiggarage nördlich des neuen Feuerwehrhauses zu errichten, um Vereinsgegenstände zu lagern, wird von Herrn Oberbürgermeister Straus und der Verwaltung abgelehnt. Pünktlich zur Generalversammlung des selben Jahres präsentierte der Schriftführer Manfred Kissner den 1. Pressespiegel der Feuerwehr Reiterswiesen, in dem unter anderem Einsätze, Übungen und Vereinsaktivitäten eines Vereinsjahres chronologisch zusammengestellt sind.

Mit 16 Teilnehmern fand 1990 unter der Leitung des stellvertretenden Kommandanten Michael Kiesel der erste Grundausbildungslehrgang der Wehr statt. Die Feuerwehrführung stellte in diesem Jahr erneut den Antrag an die Stadt, eine Garage neben dem Feuerwehrhaus errichten zu dürfen. Der neue Oberbürgermeister Herr Christian Zoll stellt den Garagenbau unter Kostenbeteiligung der Feuerwehr Reiterswiesen in Aussicht.

Im Jahre 1991 bekam die Feuerwehr Reiterswiesen von der Stadtverwaltung Bad Kissingen die Genehmigung den Garagenanbau für das Feuerwehrgerätehaus zu erstellen. Unser Vereinsmitglied und Baumeister Adolf Kiesel wurde gebeten, einen Plan dafür zu erstellen. Es wurde der Verwaltung folgendes Konzept dargestellt:
Die Freiwillige Feuerwehr Reiterswiesen beteiligt sich zu 50 % an den entstehenden Baukosten und übernimmt die Herstellung des Anbaus in Eigenregie. Nachdem die Stadt Bad Kissingen dem Bauvorhaben ihre Zusage erteilt hatte, legten sich die Vereinsmitglieder unter der Leitung von Kdt. Albrecht Kiesel mächtig ins Zeug. Schon nach kurzer Bauzeit konnte das Richtfest gefeiert werden. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betrugen 32.000,- DM und an Ehrenamtlichen Stunden wurden 1.175 Stunden von den Feuerwehrkameraden geleistet. Auch einige Firmen wie z.B. Adolf Kiesel, Manfred Kaiser, Thomas Schlembach und Willi Nöth nahmen für ihre geleistete Arbeit kein Entgeld an. Der Garagenanbau riss ein tiefes Loch in die Vereinskasse, deshalb wurde bei einem Helferfest im Gasthaus Eintracht der Gedanke geboren, man könnte doch im Feuerwehrgerätehaus einen Kappenabend durchführen. Schon in der folgenden Vorstandschaftssitzung wurde die Durchführung des Kappenabends  beschlossen und umgesetzt. (Von 1992 bis jetzt ist diese Veranstaltung zu einem festen Bestandteil des Reiterswiesners Faschings geworden.)

In der Jahreshauptversammlung am 11.01.1992 wurde die Gründung einer Seniorengruppe beschlossen. Es war ein Antrag der ehemaligen Aktiven, sich einmal monatlich zu treffen. Als Gruppenführer stellten sich Werner Heinz und Kiesel Florian zur Verfügung. Von Anfang an zeigte sich, dass diese Entscheidung richtig war. Die Seniorengruppe unterstützte die Vorstandschaft zum Beispiel bei ihren Festen oder bei Arbeitseinsätzen und hält so der Vorstandschaft den Rücken von vielen Dingen frei.
Am 03.11.1992 ist von der Stadt Bad Kissingen eine neue Tragkraftspritze (TS 8/8) vom Hersteller Rosenbauer zum Preis von 18.000 DM angeschafft worden.
Am 01.01.1992 wurde der damalige stellv. Kommandant Michael Kiesel von Kreisbrandrat Helmut Rittelmeier zum Kreisbrandmeister (Fachbereich Jugend) berufen. Das brachte mit sich, dass der stellv. Kommandant neu gewählt werden musste. Bei der Jahreshauptversammlung am 05.12.1992 wurde Steffen Kiesel zum stellv. Kommandant und zum 2. Vorstand gewählt. Mitgliederstand: 173

Wieder einmal meldete sich der Kreisbrandrat Helmut Rittelmeier zu Wort und verkündete den Feuerwehrkameraden aus Reiterswiesen, dass ihr 1. Kommandant Albrecht Kiesel zum 01.01.1993 das Amt des Kreisbrandmeisters für den Bereich Bad Kissingen / Oerlenbach übernimmt.

Aus dem Protokoll der Freiwilligen Feuerwehr geht hervor, dass 1993 fünf Vereine (Obst- und Gartenbauverein, Gesangverein, Heimatverein, Kriegerverein und die Feuerwehr) vierzig Bierzeltgarnituren aus dem Bestand der Brauerei Wahler zum Preis von  2964,-- DM gekauft haben.

1994 wurde  von den fünf o.g. Vereinen ein Kühlwagen unter der Federführung der Feuerwehr in Eigenleistung zusammen gebaut. Die Investitionskosten beliefen sich auf 4.038,27 DM.

Da das alte Löschgruppenfahrzeug (LF8) aus dem Jahre 1972 seine Pflicht erfüllt hat, fasste man den Gedanken ein neues Löschfahrzeug muss her. Den gleichen Gedanken hatten aber auch die Feuerwehrkameraden aus Arnshausen. Das zwei Löschfahrzeuge im selben Jahr gekauft werden, dass war unvorstellbar. Also musste eine Entscheidung herbeigeführt werden. In der Stadtverwaltung wurde der Entschluss gefasst, das nächste Löschfahrzeug, das bestellt wird, bekommt die „Reiterswiesner Wehr“. Sofort nach Bekanntgabe wer das neue Fahrzeug bekommt, wurden verschiedene Kontakte zu den Herstellern geknüpft. Nach intensiven Besichtigungen der verschiedenen Fahrzeugen stand es fest, ein Mercedes Benz mit einem Ziegler Aufbau muss es sein. Im Januar 1994 war es soweit, das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 wurde bestellt. Ein Jahr Lieferzeit wurde der Feuerwehr prophezeit, aber das war egal. Eine Technisierung der Wehr stand im ganzen Jahr 1994 an. Der Grundstock war mit dem neuen Fahrzeug ja schon gesetzt, aber was noch fehlte, dass waren die neuen Atemschutzgeräte. 4 Atemschutzgeräte Typ PA 94 mit Überdrucksystem wurden neu von der Stadt Bad Kissingen beschafft. Was im neuen Löschgruppenfahrzeug jetzt noch fehlte, war ein Beleuchtungssatz mit Stromerzeuger der kurzfristig  für die Wehr gekauft wurde. Da der Verwaltungsaufwand  immer größer,  und der Platz im Feuerwehrgerätehaus  knapp wurde, beschloss die Vorstandschaft ein Bürozimmer im Dachgeschoß zu errichten.  Wie schon bei vielen Projekten zeigte es sich wieder einmal, dass die Vorstandschaft der Wehr nicht lange redete, sondern lies gleich Taten folgen. Im Dachgeschoß wurde ein Zimmer ausgebaut.
Das Vereinsjahr 1994 neigte sich dem Ende zu. In der Generalversammlung am 29.10.1994 wurde Steffen Kiesel zum 1. Kommandant und  1.Vorstand gewählt. Matthias Bühner wurde zum stellv. Kommandant und  2. Vorstand gewählt. Unterstützt werden die beiden durch den Kassier Konrad Kiesel und dem Schriftführer Manfred Kissner.
Dem scheitenden Kommandanten Albrecht Kiesel wurde für seine langjährigen Tätigkeiten recht herzlich gedankt und man überreichte Ihm ein Präsent. Die neue Vorstandschaft gab noch in der Versammlung bekannt, dass im Jahr 1995 das neue  Löschgruppenfahrzeug eingeweiht wird und wie es ein  guter Brauch ist gehört dazu auch ein Fest. Mitgliederstand: 184

Im Frühjahr 95 wurde der Garagenanbau in Eigenleistung gefliest und die Decke neu gestrichen, um das Gerätehaus für unsere Gäste in vollem Glanz erstrahlen zu lassen. 
Vom 27 – 29.05.1995 feierte die Feuerwehr Reiterswiesen die Fahrzeugsegnung des  neu angeschafften Löschgruppenfahrzeuges LF 8/6 welches das 23 Jahre alte LF 8 ablöste. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf 253.356,94 DM. Das alte Löschfahrzeug wurde an die Freiwillige Feuerwehr Herbstadt zum Preis von 5.000 DM verkauft.
Das Festzelt, dass erstmals hinter dem Feuerwehrgerätehaus aufgestellt wurde, war am Samstagabend mit Festbesuchern sehr gut gefüllt. Der Schirmherr Herr Oberbürgermeister Christian Zoll vollzog den obligatorischen Bieranstich im Festzelt und begrüßte alle Anwesenden.
Am Sonntagmorgen formierten sich die Gastwehren sowie die Örtlichen Vereine zur Kirchenparade und zogen unter den Klängen der Blaskapelle Reiterswiesen in die Pfarrkirche St. Laurentius ein.
Der Festgottesdienst wurde von Herrn Pfarrer Heinrich Mitka zelebriert und vom  Gesangsverein Reiterswiesen festlich umrahmt. Nach dem Gottesdienst gedachte man am Ehrenmal den Gefallenen und vermissten  Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Reiterswiesen.
Pfarrer Heinrich Mitka nahm  die feierliche Fahrzeugsegnung vor und Oberbürgermeister Christian Zoll überreichte im Namen des Stadtrates die Fahrzeugschlüssel an den Kommandanten Steffen Kiesel und wünschte der Wehr eine allzeit unfallfreie Fahrt und weiterhin viel Erfolg für die Zukunft. Die  Festtage endeten am Montagabend mit einer zünftigen Blasmusik und alle zeigten sich mit dem Festverlauf sehr zufrieden.
Für die fleißigen Helfer die uns bei diesem Fest unterstützt haben, richtete die Feuerwehr Reiterswiesen am 09.09.1995 ein Helferfest in der Turnhalle Reiterswiesen aus. Das Helferfest fand großen Zuspruch bei unseren Gönnern und wurde so ein sehr schöner und geselliger Abend.
Aus den Festeinnahmen investierte die Freiwillige Feuerwehr einen größeren Betrag in neue Geräte (z.B. Kopierer für 2500,-- DM).

Das bestehende Kleiderregal für die persönliche Schutzausrüstung wurde im November 1996 umgebaut und in einzelne Spinde unterteilt. Die Kosten für diesen Umbau betrugen ca. 750,-- DM

1997 wurde der Parkettboden im Schulungsraum abgeschliffen und neu versiegelt. Es wurde in diesem Jahr von der Vorstandschaft beschlossen, 4 neue Funkmeldeempfänger der Firma Bosch im Wert von 2500,-- DM zu kaufen. Somit besitzt die Feuerwehr Reiterswiesen 1997 insgesamt 5 Meldeempfänger.

Aus Anlass der 100-Jahr Feier des TSV Reiterswiesen veranstalteten wir 1998 zusammen mit den anderen Ortsvereinen zum ersten mal ein Straßenfest in Reiterswiesen. Hierzu wurde die Kissinger Straße von der Hans-Sachs Straße bis zum alten Rathaus komplett gesperrt und eine Bühne für die Musikbands mitten auf der Hauptstraße aufgebaut. In den angrenzenden Gehöften repräsentierten sich die örtlichen Vereine und boten eine Vielfalt von Speisen und Getränken. Die Feuerwehr Reiterswiesen zeigte eine Ausstellung mit dem Thema „Feuerwehr damals und heute“ im Hof des Erhard Renninger. Als Spezialitäten boten wir den Gästen original Reiterswiesener Zwiebelplootz und Saure Lunge mit Semmelknödel. Aufgrund dieser Veranstaltung verzichtete die Feuerwehr Reiterwiesen darauf, ihr traditionelles Zwiebelplootzfest auszurichten. Dafür veranstalteten wir am 07.11.98 ein Schlachtschüsselessen welches sehr gut besucht war. Aus Ersparnissen kauften wir uns in diesem Jahr eine gebrauchte Musikanlage mit Mikrofon für unsere Veranstaltungen im Wert von etwa 1000,-- DM.

Vom 03 – 04.07.1999 feierten wir unser 120-jähriges Gründungsfest mit 25-jährigem Bestehen der Jugendfeuerwehr Reiterswiesen. Das Fest wurde in einem kleineren Rahmen abgehalten und alle Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr wurden hierzu eingeladen. Die Eingeladenen erhielten für Ihr Jubiläum ein Gruppenphoto aus der Gründungszeit.
Am 16.09.1999 besuchten wir auf Einladung unseres Mitglieds und Landtagsabgeordneten Robert Kiesel den Landtag in München zu einer Besichtigung.

Auf Anordnung der Staatsregierung stellte die Feuerwehr Reiterswiesen zur Jahrtausendwende einen Bereitschaftsdienst, weil keiner genau wusste, was an diesem Silvesterabend passieren könne. Glücklicherweise sind wir von unvorhersehbaren  Ereignissen (Stromausfall; Computerabstürzen, usw.) verschont geblieben.

Der von der Feuerwehr Reiterswiesen jährlich veranstaltete Kappenabend wurde im Jahr 2000 erstmals im Vereinsheim Krone ausgerichtet, um den Saal als Dorfmittelpunkt zu bestärken.
Die Stadt Bad Kissingen errichtete hinter dem Feuerwehrgerätehaus einen neuen Kinderspielplatz, dem ein großer Teil der Feuerwehr zugedachten Wiese zum Opfer fiel. Nach massivem Protest der Vereinsführung, konnte schlimmeres verhindert werden und das jetzige Übungsareal rund um die Zisterne gesichert und eingezäunt werden.
Für den Kindergarten Reiterswiesen, der erweitert wurde, spendete die Wehr feuerwehrtechnische Ausrüstung im Wert von 1000,-- DM und übernahm den Aufbau der Einfriedung entlang des Kindergartenareals.

Am 04.11.2000 wurden Neuwahlen der Vorstandschaft durchgeführt. Kiesel Steffen 1.Kdt und 1. Vorstand; Bühner Matthias stllv. Kdt und 2. Vorstand und Kassier Kiesel Konrad wurden in Ihrem Amt bestätigt. Neu gewählt wurde der Schriftführer Kiesel Bernhard, der Manfred Kissner ablöste.
Im Jahr 2000 bestand die Feuerwehr Reiterswiesen aus 193 Mitgliedern, die 9 Einsätze und erstmals 300 Stunden Sicherheitswachdienst in Kurtheater und Regentenbau leisteten.
Erstmals über 200 Mitglieder (genau 203) konnte die Feuerwehr Reiterswiesen im Jahr 2001 nennen.

Das traditionelle Zwiebelplootzfest wurde 2001 mit gutem Erfolg erstmals auf 2 Tage ausgedehnt. Auch in unserem Feuerwehrhaus tat sich einiges. So wurde das Dachgeschoss im Gerätehaus weiter ausgebaut. Es entstanden 3 Räume, in denen  verschiedene Gegenstände gelagert und aufbewahrt werden. Bei dieser ca. 6500,-- DM teuren Baumaßnahme wurden 310 Stunden in Eigenleistung erbracht.
Nachdem der Euro offizielles Zahlungsmittel wurde, waren wir gezwungen, unsere Vereinssatzung zu ändern. Aus diesem Anlass beschloss die Vorstandschaft die Mitgliedsbeiträge wie folgt zu ändern:

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Aktive:                       6,-- DM                              4,-- €

Passive:                    3,-- DM                              2,-- €

Fördernde:             25,-- DM                            15,-- €

Jugendliche:           1,50 DM                              2,-- €

Ehrenmitglieder sind vom Beitrag befreit.
Diese Satzungsänderung wurde in der Jahreshauptversammlung vom 08.12.2001 einstimmig beschlossen.

In der Vorstandschaftssitzung vom 11.04.2002 ist einstimmig beschlossen worden, das 125-jährige Gründungsfest der Feuerwehr Reiterswiesen vom 25-27.06.2004 zu feiern.
In derselben Sitzung ist unter anderem beschlossen worden, der Dorfjugend für den Ausbau ihres Bauwagens eine Spende in Höhe von  300,-- € zu überreichen.
Weil das Zwiebelplootzfest immer größer wurde, errichtete man auf dem Grundstück der Feuerwehr eine gepflasterte Fläche mit Strom- und Wasseranschluss, auf der verschiedene Festeinrichtungen aufgestellt werden können. Die Kosten hierfür betrugen ca. 700,-- €.

Zahlreiche Investitionen wurden im Jahr 2003 getätigt. So wurden z.B. 24 Kleiderspinde im Wert von 2500,-- € beschafft. Weiterhin ein Anhänger der mit 2500,-- € zu Buche schlug. Hierzu wurde festgelegt, den Anhänger ausschließlich für Feuerwehrzwecke zu benutzen. Die Beschaffung einer Digitalkamera im Wert von 490,-- € zu beschaffen, konnte nur unter der Auflage genehmigt werden, dass ein Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit gegründet wird. Für dieses Amt stellten sich die Kameraden Michael Kiesel, Bernhard Kiesel und Alexander Pusch zur Verfügung. Ziel dieser Einrichtung ist es, die Arbeit der Feuerwehr in der Öffentlichkeit darzustellen.
Alle Fensterrahmen wurden neu gestrichen und ein weiterer Raum im Dachgeschoß gebaut. Alle Arbeiten und Materialkosten sind wieder in Eigenleistung erbracht worden.